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Buch-PR und Buchhandel: ähnliche Kommunikation, andere Zielgruppe.

„Der Preis des Erfolges ist Hingabe, harte Arbeit und unablässiger Einsatz für das, was man erreichen will.“ (Frank Lloyd Wright)

Bücher sind als Medium zur Vermittlung kultureller Werte ebenso geschätzt wie als Besitz. Man präsentiert sie stolz im heimischen Bücherregal, weil sie das sich angeeignete Wissen sichtbar machen. Bücher dienen als Projektions- und Identifikationsfläche, sie können starke Emotionen auslösen und die Menschen sowohl positiv wie negativ beeinflussen. Lesen bildet, das weiß jedes Kind. Wissen und Bildung erlangt man in der Regel durch Bücher, da sie nach wie vor als die verlässlichste Quelle für gesicherte Informationen gelten. Darüber hinaus sind sie nicht zuletzt von enormem Unterhaltungswert und prägen nachhaltig die Film- und Medienlandschaft unserer Zeit.

Um seine Titel überhaupt für die interessierten Leser zugänglich zu machen, verfügt ein Verlag zunächst über zwei wesentliche Verkaufsinstrumente: die Verlagsvorschauen und die Verkaufsflächen im Einzelhandel selbst, die heute neben dem klassischen stationären Buchhandel auch Kaufhäuser, Supermärkte, Tankstellen und den unterschiedlichsten Fachhandel im Sport- und Hobbybereich als zusätzliche Absatzmöglichkeit miteinbezieht. Es stellt sich die Frage, wie nun einzelne Titel bekannt gemacht werden, damit sie Beachtung und ihre Leser finden. Wie trifft ein Buchkäufer seine Wahl unter den fast 100.000 Neuerscheinungen, die jedes Jahr allein für den deutschsprachigen Buchmarkt veröffentlicht werden? Wer hilft ihm bei Orientierung und Kaufentscheidung?

Zwei Berufszweige innerhalb der Buchbranche sorgen besonders dafür, dass Bücher wahrgenommen werden – die Buch-PR und der Buchhandel. Zunächst erscheinen sie als gänzlich voneinander unabhängige Sparten, die jedoch bei genauerer Betrachtung einige Gemeinsamkeiten aufweisen.

Die Buch-PR schafft, pflegt und profiliert das Image eines Verlages und zeichnet damit maßgeblich das Bild, welches sich der Buchhändler von jenem Verlag macht. Ein seriöses und vertrauenswürdiges Image im Buchhandel entscheidet über seinen Erfolg. Das bedeutet, je besser die PR-Arbeit ist, desto eher entscheidet der Buchhändler zugunsten des Verlages und kauft entsprechend ein. Gute Buch-PR erweitert außerdem die Verkaufsflächen eines Verlages um alle Medien, so dass Bücher überall präsent sein können: im Fernsehen, in den Printmedien, im Radio und natürlich im Internet. Für den Buch-PR-Berater ist der aus guter Arbeit resultierende Idealfall die positive Rezension, woraufhin dann der Leser im Wunschszenario des Buchhändlers in die Buchhandlung kommt und den Titel kauft. Erfolgreiche Buch-PR kann also den Umsatz unmittelbar beeinflussen, weil sie weitere kostenlose Werbeflächen für Verlage und Buchhandel schafft.

Sowohl bei der Buch-PR als auch beim Buchhandel ist eine zielführende Kommunikation das wichtigste. Bei der enormen Anzahl an Neuerscheinungen muss man daher die Aufmerksamkeit für einen bestimmten Titel erregen.  Für Verlage und Buchhandel ist naturgemäß das Buch das wichtigste (Kultur-)Gut, daher wünschen sich beide Seiten von den Printmedien mehr Rezensionen und Autoreninterviews sowie mehr Buchsendungen im TV oder Radio. Ebenso sind Rezensions-Blogs wichtig, um jene Bücher bekannt zu machen, die sonst vielleicht ein Schattendasein geführt hätten. Die Buch-PR leistet dabei einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg von einzelnen Titeln, da sich so Neuerscheinungen aus der alljährlichen Novitätenflut herausheben und mediale Beachtung finden.

Für Buch-PRler und Buchhändler sind Eloquenz und Kompetenz die elementarsten Fähigkeiten für erfolgsversprechende Arbeit: Die Buch-PR lebt von gut geschriebenen Texten, die Medienvertreter ansprechen; der Buchhändler lebt vom erfolgreichen Verkaufsgespräch. Für beide Berufe gilt es daher gleichermaßen, den richtigen Ansprechpartner zu finden und zu erreichen. Gerade im Sortimentsbuchhandel ist es wichtig, die Kommunikation nach innen und außen hin sinnvoll abzustimmen. Es geht vor allem darum, wie man als Buchhändler kompetent und glaubwürdig kommunizieren kann, um dem Unternehmen ein eindeutiges Profil zu verleihen und somit die Marktposition zu stärken. Auch die erfolgreiche PR-Arbeit ist auf das Vertrauen ihrer Medienpartner angewiesen. Solides Wissen und sprachliche Sicherheit zeugen von guter Arbeit und erleichtern es, die betreuten Titel in den wichtigen Medien unterzubringen. Besonders am Telefon können fundierte Kenntnisse über den aktuellen Buchmarkt sowie die Inhalte von Buchtiteln, die thematisch passen, hierbei über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Der Buchhändler profitiert seinerseits sowohl im Verkaufsgespräch als auch bei seiner Online- und Social Media-Kommunikation von einer guten Pressearbeit, indem er etwa zusammengefasste Informationen wie den Buchinhalt oder die biografischen Angaben eines Autors weitergeben kann, auch wenn er einen bestimmten Titel nicht oder noch nicht kennt. Buch-PR und Buchhandel weisen somit strukturelle Ähnlichkeiten auf, die sich innerhalb der Kommunikation zeigen.

Quellen und weiterführende Literatur:

Renée Hansen, Alexandra Klusmann, Ralf Laumer (Hrsg.):
Beruf: Kommunikation und PR.
Ein Leitfaden für den Berufseinstieg
Münster (Daedalus Verlag), 2011,
204 S., broschiert, 19,95 €
ISBN 978-3-89126-254-2

Ralf Laumer (Hrsg.): Bücher kommunizieren
Das PR-Arbeitsbuch für Bibliotheken, Buchhandlungen und Verlage
Bremen (Viola Falkenberg Verlag), 2010, 2. ergänzte und überarbeitete Auflage,
214 S., 24,90 €
ISBN 978-3-937822-38-9

Ralf Laumer (Hrsg.): Verlags-PR
Ein Praxisleitfaden
Edition Buchhandel Bd. 22, 2., überarbeitete Auflage
Bramann Verlag 2008, 157 Seiten, 22,00 Euro,
ISBN 978-3-934054-32-5

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