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„In Liebesdingen sind wir alle Närrinnen.“– Stolz und Vorurteil mal anders

„The Secret Diary of Lizzie Bennet“

Heute geht es mal um ein Buch.
Ich habe mich bei den für Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt umgesehen und – siehe da – bin auf etwas Interessantes gestoßen. Kein Thriller, kein Krimi, kein historischer Roman. Nein, eine alte, neue Liebesgeschichte, die viele meiner Mitstreiterinnen, nein eigentlich alle kennen müssten. Die neu erzählte Geschichte von und mit Elizabeth Bennet. Da müsste es bei vielen schon klingeln.
Der Originalroman von Jane Austen, Stolz und Vorurteil, wurde schon mehrfach verfilmt. Zuletzt mit Keira Knightley in der Hauptrolle. Nicht nur ich kann mir den Film immer und immer wieder ansehen, nehme ich an. Vor allem die Szene im Stourhead Landscape Garden in Wiltshire (ja, ich habe nachgeforscht), wo Lizzie und Darcy im Apollo-Tempel das erste mal Klartext reden – GÖTTLICH! Natürlich habe ich auch das Buch gelesen. In der Originalausgabe kann man aber meistens doch mehr erfahren und erleben als in einer Übersetzung.Deswegen mag ich die englische Ausgabe auch lieber.
Aber um den Klassiker geht es bei meinem heutigen Beitrag eigentlich nicht, sondern über eine tolle Idee, den Evergreen vielleicht wieder für junge Leute attraktiv zu machen. Es liegt nahe, eine „verstaubte“ Story in einer anderen Art und Weise zu erzählen, als den Inhalt über die Medien Buch und Film zu verbreiten.

CoverDeutsch

Das Secret Diary of Lizzie Bennet ist in Form eines Videoblogs (= vlog) in Tagebuchform nacherzählt. Sprecherin und Verfasserin des Blogs ist Lizzie Bennet selbst, die nicht vier Schwestern hat (wie im Roman), sondern nur zwei. Das macht die Geschichte passender für das 21. Jahrhundert. Schwester Jane ist vom Charakter her genauso wie das Original: höflich, liebenswert, bildhübsch. Sie hält niemandem seine Fehler vor und bewertet jeden im positiven Sinne – auch wenn es offensichtlich ist, dass diese Person Janes Nettigkeit nicht verdient hat. Sie geht in der vlog-Fassung einem unterbezahlten Beruf in der Modebranche nach. Die zweite Schwester Lydia entspricht auch ihrer literarischen Vorlage: laut, optimistisch, ehrlich und manchmal unglaublich nervig, aber liebenswert. Geht noch zur High School und macht gern Party. Die Eltern kommen in dem Videoblog nur in Form von Parodien vor, kleine alberne schauspielerische Einlagen der Tochter und ihrer besten Freundin Charlotte. Das Ehepaar Bennet hat eine große Ähnlichkeit mit den britischen Originalen. Die Mutter, die verzweifelt versucht, ihre Töchter zu verheiraten und der Vater, der alles viel zu gelassen nimmt, sind ein köstliches Pärchen, das bestimmt viele in ihrer Naivität und Einfachheit, aber auch ihrer Liebenswürdigkeit, an die eigenen Eltern erinnert.
Beide Familien, aus dem 19. Jahrhundert und dem 21. Jahrhundert, haben ein und dasselbe Problem: Geldmangel. Und so versucht Mrs. Bennet alles, um ihre Töchter/Schäfchen ins „Trockene“ zu bringen und Gott sei Dank zieht ein reicher Medizin-Student in die Nachbarschaft: Mr Bing Lee. Dieser unglaublich gutaussehende und nette junge Mann bringt seine Schwester Caroline und seinen Freund William Darcy mit in die Stadt.
Damit wäre mein Part vorerst beendet. Ich will ja nicht alles ausplaudern. Das Buch zum vlog ist bereits 2014 in Großbritannien erschienen und kommt Ende Juni nun auch auf den deutschen Buchmarkt. Ich konnte nicht warten und habe mir das Buch auf Englisch bestellt und bin gespannt, wie die Umsetzung vom Internet ins Buch klappt.
Ich halte euch auf dem Laufenden. Am Ende, wie immer, ein paar Links zum selbst Nachforschen für euch.

Autorin Kate Rorick:
http://katenoble.com/
Produzent/Autor Bernie Su:
http://www.pemberleydigital.com/about/team-members/bernie-su/
The Lizzie Bennet Diaries auf YouTube (Folge 1):

Ein Gastbeitrag von Miriam Schmidt, freie Kunsthistorikerin in Hamburg

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